Bürgerinitiative Kein Atommüll in Schönwohld

Bürgerinitiative BI-KAmiS „Kein Atommüll in Schönwohld / 50 Jahre Deponie reichen!“

Gründungsversammlung 19.05.2016, um 19.00 Uhr, im Landgasthof Griesenbötel

Die geschätzte Teilnehmerzahl lag zwischen 95 – 110 Personen. Erfreulicherweise waren schon jetzt viele interessierte Bürgerinnen und Bürger aus anderen Gemeinden anwesend.

Gründe für die Initiative:

  1. Der einfachste Grund: man war schon immer überzeugter Atomkraftgegner.
  1. Die Stilllegung der hiesigen Deponie, sie ist die älteste in S-H und schon über 50 Jahre (1965) in Betrieb, wurde schon mehrmals beschlossen. 2024 sollte nach derzeitigem Stand die endgültige Schließung erfolgen. Lt. Bericht KN v. 21. Mai 2016 „wären beide Meiler Mitte der 2030er Jahre verschwunden.“
  1. Was bedeutet „eingeschränkt freigegeben“ und was bedeutet „ganz leicht oberhalb der Strahlenschutz-VO und oberhalb der Bedingungen einer Deponie“ (Zitat: Umweltministerium SH, Bericht Sat1 regional v. 13. Mai 2016 http://www.hamburg.sat1regional.de/video-hh/article/wohin-mit-dem-bauschutt-alter-atommeiler-suche-nach-standorten-beginnt-203761.html).
  1. Was bedeutet „vernachlässigbare Strahlungsaktivität“? Wenn das Zeugs so harmlos sein soll, warum landet es dann nicht auf der nächsten Abladestelle für Bauschutt, sondern wird durchs halbe Land gefahren, um auf einer Klasse-2-Deponie gelagert zu werden.
  1. Man kann oder will es sich gar nicht vorstellen, was wohl eine (Zitat aus dem Schreiben von Umweltminister Habeck) „geringfügige Überschreitung der Grenzwerte der Strahlenschutzverordnung“ ist – bis vor ein paar Monaten dachten wir auch noch, dass unsere Dieselmotoren die Grenzwerte höchstens geringfügig überschreiten….
  1. Man will es nicht einfach so hinnehmen, dass der Wert der eigenen Immobilie in Schönwohld am 13. Mai 2016 vermutlich sprunghaft reduziert wurde. Hier erfolgt ggf. eine „stille Enteignung“, weil der Gegenwert der Immobilien nicht mehr dem jeweiligen Kreditvolumen entspricht. Damit könnten Bewohner in finanzielle Nöte gepresst werden.
  1. Man sorgt sich schlicht und einfach um den guten Ruf unseres Ortes, der bisher vorwiegend durch eine intakte Dorfgemeinschaft und vielfache soziale Aktivitäten gekennzeichnet war. Schönwohld war bislang ein Dorf, das mit seiner Lage am Westen- und Ahrensee, mit dem dortigen Naturschutzgebiet verbunden wurde.

Was will unsere Bürgerinitiative?

  1. Wir sind nicht an eine bestimmte Organisationsform gebunden, d.h. wir starten als lose Gruppierung und jeder ist herzlich zum Mitmachen eingeladen. Sollte es zu einem späteren Zeitpunkt erforderlich sein, z.B. wenn die Landesregierung formell eine Einlagerung in Schönwohld beschließt, wird ein Verein gegründet.
  1. Wir brauchen Ausdauer und eine Menge an Mitstreitern, nicht nur hier im Dorf und den umliegenden Gemeinden, sondern aus möglichst unterschiedlichen Organisationen und dazu den Mut, sich mit Politik und Verwaltung anzulegen.
  1. Nur „aus Prinzip dagegen“ zu sein, hilft meistens nicht weiter. Wir müssen konstruktiv und überzeugend argumentieren.
  1. Wir agieren nicht nach dem St.-Florians-Prinzip. Wir fordern nach über 50 Jahren endlich die Umsetzung der Pläne zur Schließung der Deponie.
  1. Wir wollen das Rad nicht neu erfinden – wir suchen auch die Erfahrungen anderer, die schon einen ähnlichen Weg gegangen sind, sowie die notwendige Sachkompetenz. Hierzu gehört Fachlichkeit in Bezug auf das Atomgesetz, die Strahlenschutzverordnung, das Abfallwirtschaftsgesetz, die Deponieverordnung und sonstige Themen.

Die genannten Gründe werden wir mit folgenden Arbeitsgruppen / Themenfeldern verfolgen:

  • Öffentlichkeitsarbeit (Webseite, Medienkontakte, Flugblätter, Unterschriftenaktionen, sonstige Aktionen,…)
  • Politische Strategie (Landtags-/Bundestagsabgeordnete, Kommunalpolitik, NGOs, andere BI, …)
  • Rechtliche Aspekte (welche Gesetze und Verordnungen sind für uns relevant, was müssen wir wissen, juristischer Beistand, …)
  • Technik und Wissenschaft (Fachlichkeit, warum eine Klasse-2-Deponie, was ist von den Grenzwerten zu halten, Alternativen zum Rückbau, …)
  • Historie der Deponie Schönwohld und relevanter Beschlüsse